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Was soll mit dem Seeberg werden? Bilder von der Unterschriftensammlung, welche bis Jahresende 2004 verlängert wurde:
![]() Unterschriftensammlung bis 31.10.2004 Mahnwache auf dem Seeberg am 13.Dezember 2003
Soll dass so weiter gehen, bis der Seeberg mit seinem Naturschutzgebiet ganz verschwunden ist? Sandsteinraubbau auf dem Seeberg geht weiter - CDU-Landespolitik ist verantwortlichKammmolch, Kreuzkröte, Uhu, Adonisröschen, Küchenschelle, Orchideenarten - u.a. Herbst-Wendelorchis und Bienen-Ragwurz - das sind nur einige Beispiele der Naturreichtümer, die auf dem Seeberg beheimatet sind. Die logische Konsequenz war die im Jahr 1999 endlich erfolgte Erhebung zum Naturschutzgebiet. Auch als Naherholungsgebiet für die Stadt Gotha sowie die an ihn angrenzenden Gemeinden besitzt der Seeberg bekanntermaßen einen sehr großen Stellenwert. Darüber hinaus stellt er in seiner geologischen Beschaffenheit in Deutschland eine seltene Formation dar, und ist auch aus archäologischer Sicht von großer Bedeutung, was Funde aus Alt- und Jungsteinzeit als auch Bronze- und Eisenzeit belegen.Die vollständige Meldung als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat - ein Schutzstatus von europäischem Rang) 2000 nach Brüssel - ca. 30 ha wurden davon ausgenommen - hätte der Bedeutung des Ökosystems "Seeberg" in vollem Maße Rechnung getragen. Ein Schritt, der jedoch gezielt verhindert wurde. Doch dazu später mehr. Seit 24.10. ist es nun amtlich: Das Landesbergamt Gera hat die von der TRACO GmbH beantragte Ausweitung des Sandsteinabbaus auf einer Fläche von 0,38 ha genehmigt. Die Gefahr des sinkenden Grundwasserspiegels mit seine verheerenden Folgen für ein so sensibles Ökosystem wie den Seeberg wurde banalisiert und beiseite geschoben. Der Durchbruch des Seeberg-Kammwegs ist die Folge, die Spaltung des Seebergs wird damit quasi in die Wege geleitet. Bis in 15 m Tiefe darf abgebaut werden - angeblich genug, um negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt zu vermeiden. Wer dachte, ein weiteres Wachsen der gigantischen Mondlandschaft ist nicht mehr möglich, unterliegt einem fatalen Irrtum. Die jetzige Entscheidung ist das Ergebnis einer zutiefst beschämenden Politik, die in weiten Teilen von einer CDU-geführten Landesregierung und ihr nachgeordneten Behörden zu verantworten ist. Besonders drastisch wurde das, erinnern wir uns zurück, der Öffentlichkeit im April 2000 durch die in Seebergen zum Sandsteinabbau auf dem Seeberg durchgeführte Veranstaltung vor Augen geführt, auf der Landwirtschaftsminister Sklenar zum Thema informierte. Im Mittelpunkt der Diskussionsrunde stand dort bekanntlich die von dessen Ressort zu verantwortende, anfangs erwähnte, unvollständige Meldung des Naturschutzgebiets "Seeberg" - als FFH-Gebiet nach Brüssel, in deren Konsequenz auf den betroffenen Flächen auch zukünftig der Abbau von Sandstein möglich sein wird. Die Veranstaltung wurde durch Herrn Sklenar quasi mit dem Satz: "Man müsse den Spagat zwischen wirtschaftlichen Interessen und denen des Naturschutzes bewältigen." eröffnet. Diese Plattitüde aus dem Mund eines CDU-Landwirtschaftsministers - im Nebenjob leider auch zuständig für Umwelt- und Naturschutz - machte gleich zu Beginn deutlich: Im dafür eigentlich zuständigen Ministerium werden in puncto Seeberg nicht die Interessen des Naturschutzes, um so mehr aber die der TRACO und des von ihr dort praktizierten Sandsteinraubbaus vertreten. Die Herausnahme der 30 ha aus der FFH-Meldung begründete Sklenars Referatsleiter Werres damit, daß die Population der FFH-Art Kammmolch!!! nicht zu den 20 bedeutendsten in Thüringen zähle. Der Einfallsreichtum im Thüringischen Landwirtschaftsministerium kennt eben keine Grenzen, wenn es darum geht, den "schwierigen Spagat zwischen Naturschutz und Wirtschaft" zu Gunsten letzterer zu meistern. Was man von Herrn Sklenar hörte, war zwar nicht viel, aber man erfuhr doch immerhin, daß er nicht nur ein ausgesprochenes Faible für industrielle Schweinemast, sondern auch für Märchen besitzt, verneinte er doch allen Ernstes?, daß auf den betroffenen Flächen eine bergbauliche Nutzung ausgeschlossen sei. Doch allen sollte klar sein: mit der jetzigen Bewilligung wird der seit 1990 andauernde Sandsteinraubbau auf dem Seeberg noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht haben. In anbetracht der noch über Jahre hinaus bestehenden Abbaurechte der TRACO und der tatkräftigen Protektion durch das Thüringische "Umweltministerium" bedarf es keiner prophetischen Kräfte, um dessen ungezügelten Fortgang dort vorherzusagen. Der unwiederbringliche Verlust eines großen Teils des Naturschutzgebiets droht bittere Realität zu werden, von den drohenden Folgen eines absinkenden Grundwasserspiegels ganz zu schweigen. In anbetracht dessen ist es geradezu ein Hohn, wenn der Leiter des Landesbergamts Gera, Herr Kießling feststellt, es habe keine Gründe gegeben, die dem jetzigen Eingriff entgegenstehen. Nach seinen Worten ist es für ihn normal, zwischen wirtschaftlichen Interessen auf der einen Seite sowie denen von Tourismus oder Naturschutz auf der anderen zu entscheiden. Komischerweise sind es, wie auch schon im Fall des Kiesabbaus bei Wechmar in unmittelbarer Nähe der Apfelstädtaue (den Weg machte das Landesverwaltungsamt frei), jedoch immer die Begehrlichkeiten der Bergbaufirmen, denen man Rechnung trägt. Die von den Umweltverbänden vorgebrachten und hinlänglich bekannten Einwände finden dagegen in letzter Konsequenz nie Gehör. Aber bekanntlich untersteht ja das Landesbergamt Gera dem Thüringischen Landwirtschaftsministerium und auch das Landesverwaltungsamt ist eine CDU-geleitete Behörde. Der vom TRACO-Geschäftsführer Klösser an die Gegner des Sandsteinraubbaus gerichtete Vorwurf, den Verlust von Arbeitsplätzen hinzunehmen, stellt für uns ein Totschlagsargument dar. Offensichtlich meint die TRACO, wie so oft in ähnlichen Fällen, damit jegliche Umweltzerstörung rechtfertigen zu können, verbunden mit dem Wunsch, Kritiker zum Schweigen zu bringen. Der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen wird auch in Zukunft das Aktionsbündnis "Rettet den Seeberg" mit allen Kräften unterstützen. Wir rufen die Bevölkerung des Kreises Gotha auf, in ihrem bisher gezeigten Engagement für den Erhalt dieses so markanten Stücks heimischer Natur mit all seinen Reichtümern nicht nachzulassen. |